| van Eeuwijk, Peter Medizinethnologie III Nach Vereinbarung Proseminar Angewandte Medizinethnologie Diese Veranstaltung ist als Weiterführung der beiden vorhergehenden Veranstaltungen zur Me-dizinethnologie (I und II) gedacht. Deren Besuch ist jedoch nicht Voraussetzung für eine Teil-nahme an diesem Proseminar. Ich möchte vielmehr Studierende ansprechen, die sich mit der konkret-praktischen Anwendung von ethnologischem Wissen sowohl im Bereich der For-schung (Feld- und Auftragsforschung) als auch der Entwicklungszusammenarbeit auseinan-der-setzen möchten. Den Fokus werde ich insbesondere auf das kulturelle Umfeld von Ge-sund-heit und Krankheit legen («Health System Research» oder «International Health»). Weltweit arbeiten mehr und mehr EthnologInnen in Gesundheitsprojekten sowohl in Ländern des Südens und Ostens als auch innerhalb des eigenen nationalen Rahmens. Ihre Berichte in internationalen Fachzeitschriften nehmen Jahr um Jahr zu. Insofern hat diese Beschäftigung mit der «Angewandten Medizinethnologie» auch eine starke berufsbezogene Komponente. «Ap-plied Medical Anthropology» als anerkanntes Fachgebiet der (Medizin-)Ethnologie ge-winnt denn auch immer mehr an Bedeutung und Interesse. In einem kürzeren einführenden Teil soll der (medizin-)ethnologische Beitrag in diesem oben skizzierten Bereich erläutert und überprüft werden, so etwa die Fragen: «In welcher Funktion arbeiten EthnologInnen im Gesundheitsbereich?», «Welche inhaltlichen Bereiche decken sie ab?», «In welchen Stadien von Projektzyklen werden sie beigezogen?» und «Wie gehe ich vor resp. was muss ich zwingend beachten in diesem Rahmen?». Im zweiten, weitaus längeren Teil dieser eigentlichen Übung werden die TeilnehmerInnen anhand von hypothetisch zu be-arbeiten-den, aber realistisch formulierten Fallbeispielen zu Forschungs- und Entwick-lungs-projekten (vor aussereuropäischem und vor schweizerischem Hintergrund) selbst in die Rolle von prak-tisch arbeitenden und vor allem denkenden EthnologInnen versetzt. Die Resultate der einzelnen Gruppen werden von ihnen selbst schriftlich vorgestellt, wobei eine andere Gruppe jeweils als Gutachterin fungiert und das Plenum im Anschluss daran zur Diskussion eingeladen wird. Diese Veranstaltung wird aufgrund ihrer Strukturierung und der Inhaltserarbeitung vor allem in Gruppenarbeit ausgetragen. Dieses gruppenorientierte Vorgehen verlangt eine mehrstün-dige Zusammenarbeit und Präsenz der TeilnehmerInnen pro Veranstaltungstag. Die genauen Daten der einzelnen Veranstaltungsblöcke (in der Regel an 45 Samstagen) werden in der ersten Sit-zung im WS 2003/04 bestimmt und danach ausgehängt. Die konkreten Aufgaben-beispiele wer-den ebenfalls in der ersten Sitzung aufliegen. Eine Vorbesprechung findet An-fang Semester statt. |
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