Leemann, Esther / Duyne Barenstein

Ökologie und Wirtschaft I

Proseminar

Di 14–15.45

In dieser Veranstaltung werden Themen vertieft, die im Einführungskurs nur kurz zur Sprache kamen. Anhand ethnographischer Fallbeispiele unterschiedlicher Gesellschaftsformationen (Wildbeuter-, Bauern- und Pastoralistengesellschaften) befassen wir uns mit klassischen Problemstellungen und verschiedenen theoretischen Ansätzen, die für das Teilgebiet Ökologie und Wirtschaft besonders relevant sind.

In einem ersten Teil beschäftigen wir uns einerseits mit systemtheoretischen und andererseits mit akteurzentrierten Ansätzen zur Erklärung von Ressourcennutzung und mit Fragen der Nachhaltigkeit und Übernutzung (Fallbeispiele zu Wildbeuter- und bäuerlichen Gesellschaften aus Papua Neuguinea, Paraguay, Nigeria, Nicaragua).

Einen zweiten thematischen Schwerpunkt wird die Auseinandersetzung mit institutionellen Rahmenbedingungen der Nutzung natürlicher Ressourcen bilden. Dabei werden Modelle der Neuen Institutionellen Ökonomie diskutiert, wobei Probleme der Nutzung von Kollektivressourcen im Zentrum stehen werden (Fallbeispiele zu Weidenutzung resp. Fischerei aus der Mongolei, Kenia, Indonesien). In diesem Zusammenhang werden wir uns auch mit der Rolle des Staates bezüglich des Managements natürlicher Ressourcen sowie den Auswirkungen ökonomischer Veränderungen auf den Umgang mit natürlichen Ressourcen beschäftigen. Es wird also um Zusammenhänge von politischen und ökonomischen Prozessen gehen, die sich auf der Mikro- und Makroebene abspielen, sowie um die Frage, welche Rolle bezüglich der Ressourcennutzung Institutionen im Kontext von Wandel spielen.

Einen dritten thematischen Schwerpunkt bilden geschlechterspezifische Dimensionen von Nutzungsrechten an natürlichen Ressourcen (Landrechte, Fallbeispiele aus Sierra Leone, Indien).

Schliesslich geht es um die Wahrnehmung von Umwelt und Natur aus der emischen Perspektive lokaler Nutzergruppen und um die Problematik einander konkurrierender, sich widersprechender Auffassungen von Natur und Umwelt von verschiedenen Akteuren (lokaler NutzerInnen, Repräsentanten übergeordneter staatlicher Instanzen, WissenschaftlerInnen, UmweltpolitikerInnen, Fallbeispiele aus Westafrika).

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