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Wehrli, E.
Pastoraler Nomadismus von Afrika bis Zentralasien: Tradition, Nostalgie oder Strategie?
Proseminar
Di 12.15-13.45
In diesem Proseminar sollen verschiedene Formen von pastoralem Nomadismus (mobile Tierhaltung) in ariden und semi-ariden Gebieten von Afrika bis Zentralasien betrachtet werden. Im 19. und 20. Jahrhundert wandelten sich die Bedingungen für pastorale Nomaden aus unterschiedlichsten Gründen stark, was nicht heissen soll, dass sich vorher nie etwas verändert hätte. Viele Autoren prophezeien dem pastoralen Nomadismus den Untergang. Ob pastoraler Nomadismus tatsächlich gänzlich von der Erdoberfläche verschwinden wird, ist jedoch fraglich.
Um dieser Frage der Zukunftsfähigkeit nachzugehen, werden wir in einem ersten Teil der Veranstaltung klären, welche vielfältigen Lebensweisen unter «pastoralem Nomadismus» zusammengefasst werden und worauf pastorale Produktion basiert. Danach betrachten wir Formen von pastoralem Nomadismus in fünf verschiedenen Regionen mit dem Ziel, verschiedene Möglichkeiten der sozio-ökonomischen Organisation kennen zu lernen und die Wechselwirkungen zwischen Sesshaften und Nomaden zu untersuchen. Im zweiten Teil der Veranstaltung stehen dann die gegenwärtigen Veränderungen im Vordergrund und ihre Auswirkungen auf die politische, soziale und ökonomische Organisation. Wir gehen Fragen nach, wie Kolonialismus oder Sozialismus pastorale Nomaden eingebunden haben; wie sich die Stellung der Frauen in der Gesellschaft verändert bei sesshaft gewordenen Pastoralisten; wie in Zeiten des Wandels neue soziale Netzwerke entstehen; was geschieht, wenn Weideland privatisiert wird; welche Interessenkonflikte zwischen Naturschützern und Pastoralisten als Ressourcennutzern auftauchen; welche Rolle heutige Regierungen und die Entwicklungszusammenarbeit für Pastoralisten spielen; wann Mobilität auch im 21. Jahrhundert für Pastoralisten eine interessante Alternative zu Sesshaftigkeit sein kann.
Literatur:
Barfield, T. 1993. The Nomadic Alternative. New Jersey: Prentice Hall.
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