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Käufeler, Heinz
Nahrungstabus I Proseminar Mo 1415.45 Verbote resp. Tabus auf bestimmten Nahrungsmitteln, insbesondere tierischen, sind in sehr vielen Gesellschaften wirksam. Die ethnographische und historische Literatur berichtet von einer sehr grossen Fülle unterschiedlichster Nahrungsverbote oder -tabus. Manche betreffen nur bestimmte Personengruppen Männer, Frauen, Priester , manche gelten zu bestimmten Zeiten oder Anlässen, manche gelten immer und für alle. In der Ethnologie sind sehr unterschiedliche Erklärungsstrategien für solche Regeln vorgeschlagen worden: materialistische (ökologisch-ökonomische) und symbolische oder auch weitgehend historische. Kulturmaterialistische und strukturalistische Deutungen von Nahrungstabus bewegen sich auf völlig verschiedenem Gelände, und die Beschäftigung mit diesen Arbeiten bietet auch einen schönen Einblick in die Theoriengeschichte. Auch andere kulturell elaborierte Aspekte der Ernährung wie Vegetarismus werden erörtert werden. Es handelt sich um den ersten Teil eines zweisemestrigen Zyklus. Die ersten Stunden werden eher Vorlesungsstunden sein. Im weiteren Verlauf des Semesters werden studentische Diskussionsbeiträge eine wichtigere Rolle einnehmen. Im darauffolgenden Semester folgt ein Seminar zu der Thematik. Dazu können und sollen Seminararbeiten verfasst werden. Zur Einführung: Marvin Harris: Wohlgeschmack und Widerwillen (Klett-Cotta/dtv. Orig.: Good to Eat) |