Karagiannis, Evangelos

Transnationale Solidarität

Proseminar

Mo 10.15–12

 
Solidarität ist ein Schlüsselbegriff in den Sozialwissenschaften, nicht zuletzt weil sie als unentbehrlicher Bestandteil einer sozialen Ordnung angesehen wird. Ziel der LV ist, den Begriff der Solidarität vor dem Hintergrund der Globalisierung zu problematisieren. Die LV gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil sollen Grundlagen der Soziologie der Solidarität vermittelt werden. Nach einer Einführung in den Begriff der Solidarität, die gesellschaftlichen Bedingungen, die ihre Entstehung fördern, und die Organisationsformen, die sie in verschiedenen gesellschaftlichen und historischen Kontexten annehmen kann, wird näher auf den nationalen Wohlfahrtsstaat als Form organisierter Solidarität eingegangen. Im zweiten Teil wird die Frage der Solidarität in den Globalisierungskontext gesetzt. Der Prozess der Globalisierung ist für die soziologische Diskussion der Solidarität in doppelter Hinsicht von Bedeutung: Zum einen wird im Rahmen der Globalisierungsdebatte oft der Niedergang des Nationalstaates postuliert, womit schliesslich nicht zuletzt auch der Niedergang der damit korrelierenden Organisation von Solidarität vorausgesagt wird. Zum anderen hat die zunehmende Vernetzung von Individuen und Organisationen über nationalstaatliche Grenzen hinweg wie auch das wachsende Bewusstsein, einer globalen Welt anzugehören, neue Voraussetzungen für Gruppen- und Netzwerkbildungen und somit für Solidaritätsstrukturen geschaffen. Anhand theoretischer und empirischer Texte soll die Vielfalt dieser Formen transnationaler Solidarität aufgezeigt und deren Beitrag zum Aufbau einer globalen Zivilgesellschaft diskutiert werden. Die Teilnahme an der Lehrveranstaltung setzt keine Grundkenntnisse voraus und steht allen interessierten Studierenden offen.

 

Literatur:

Jens Beckert, Julia Eckert, Martin Kohli, Wolfgang Streeck (Hg.). 2004. Transnationale Solidarität: Grenzen und Chancen. Frankfurt/M, New York: Campus.

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